Führung durch die Ausstellung "Kollaborieren! – Ökologische Strategien in Kunst und Design"

Die Gastkuratorin Luise von Nobbe lädt zu einem Rundgang durch die Ausstellung ein.

Die Ausstellung KOLLABORIEREN! greift verschiedene Aspekte des ambivalenten Verhältnisses von Mensch, Natur und der sich immer mehr verselbstständigenden Technik sowie dem digitalen Raum auf. Sie setzt sich aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Formaten mit ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen auseinander und sucht im Bereich von Kunst und Design nach innovativen Konzepten eines nachhaltigen Zusammenspiels. Durch ausbeuterisches Wirtschaften, die Ignoranz gegenüber der Endlichkeit von Ressourcen und ein exzessives Konsumverhalten hat sich die Menschheit in der Vergangenheit die Natur, die längst nicht mehr unserer romantischen Vorstellung entspricht, zum Feind gemacht. Entgegen dieses Zustandes experimentieren Künstler*innen und Designer*innen heute mit diversen Materialien und Stoffkreisläufen, testen neue Methoden der Rohstoffgewinnung, lassen verschiedene menschliche und nichtmenschliche Akteur*innen aufeinandertreffen und nutzen somit ihre Arbeit als Mittel der Aufklärung und Aktivierung. Im Einklang mit Donna Haraways Theorie zum Ende des Anthropozäns wird in der Ausstellung geschrotet, geschredert und geschichtet, um einen heißen Kompost für immer noch mögliche Vergangenheiten, Gegenwarten und Zukünfte herzustellen.1 Den Begriff der Kollaboration, der nicht nur im deutschen Sprachgebrauch ein Feindbild evoziert, werten die Künstler*innen auf und nehmen ihn als Ausgangspunkt zum Dialog innerhalb ihrer Arbeiten und mit dem Publikum.

Jörg Finus schafft Installationen, die unsere romantischen Natur- und Landschaftsvorstellungen hinterfragen. In seinen Arbeiten überschneiden sich Bildende Kunst und Klimaaktivismus. Tim van der Loo experimentiert mit der in Vergessenheit geratenen Pflanze Färberwaid, aus der man einst auch in Deutschland den Farbstoff Indigo gewann. Tau Pibernat und Vera Castelijns stellen als Kollektiv neue Garne aus gebrauchten Kleidungsstücken her. In verschiedenen Upcycling-Prozessen entstehen neuwertige, textile Stoffe. Katariná Dubovská beschäftigt sich mit digitalen Bildern im realen Raum. Sie zersetzt sie und verwandelt sie somit zu ungewohnten Hybriden.

Die Gastkuratorin Luise von Nobbe (*1993) ist eine in Berlin lebende Kunsthistorikerin und Kuratorin. Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte in Dresden und Visual Arts and Curatorial Studies in Mailand arbeitete sie als kuratorische Assistentin im Künstlerhaus Bethanien (Berlin) und als Projektassistentin für verschiedene Ausstellungen im Schinkel Pavillon e.V. (Berlin). Ihr Forschungsinteresse liegt auf aktuellen ökologischen, gesellschaftlichen und politischen Diskursen im Bereich der Bildenden Kunst und kuratorischen Praxis.

Veranstaltungsort

Neues Kunsthaus Ahrenshoop
Bernhard-Seitz-Weg 3
18347 Ahrenshoop

Anbieter

Neues Kunsthaus Ahrenshoop
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Datum
am 18.09.2021
Veranstaltungskategorie
Ausstellung, Führungen & Touren
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  • Samstag, 18.09.2021 , 17:00 Uhr