Datum
am 05.11.2026
Preis
kostenfrei
Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungskategorie
Ausstellung, kreatives Gestalten
"Die Sonne kommt wieder" Erich Theodor Holtz (1885 – 1956)
Ausstellungseröffnung zum 70. Todestag des Wustrower Malers
Inhalt:
Zum 70. Todestag des Wustrower Malers Erich Theodor Holtz widmet das Fischlandhaus diesem Künstler eine umfassende Werkschau. Erich Theodor Holtz gehört zur zweiten Künstlergeneration, die die Landschaft auf der Ostseehalbinsel Fischland-Darß-Zingst nach dem Ersten Weltkrieg entdeckten. Inspiriert von dem Fleckchen Erde zwischen Bodden und Ostsee avancierte er fast zum reinen Landschaftsmaler. So hielt Holtz die Boddenlandschaft zu unterschiedlichen Jahreszeiten und Witterungen fest. Besonderes Interesse hatte er an der Erscheinung des Boddens und des Dorfes im Winter oder zur Übergangszeit. Das Meer und die Dünenlandschaft waren ihm dagegen zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten ein bildwürdiges Motiv. Im Zentrum der Ausstellung stehen stimmungsvolle Landschaften aus verschiedenen Schaffensphasen, die sein feines Gespür für Licht, Atmosphäre und die Eigenart des Fischlands eindrucksvoll widerspiegeln. Zudem werden erstmals Arbeiten aus seinem Frühwerk gezeigt.
Es spricht die Kuratorin Melanie Ohst von der Kunsthalle Rostock.
Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Fischlandhaus und der Kunsthalle Rostock.
Der Eintritt ist frei, die Ausstellung selbst kann vom 06. November 2026 bis zum 11. April 2027 zu den regulären Öffnungszeiten besucht werden.
Abbildung: Portrait
Biografie Erich Theodor Holtz:
Erich Theodor Holtz (geboren 1985 in Storkow/Mark - gestorben1956 in Wustrow) Maler des Fischlandes
Erich Theodor Holtz gehört zu den bisher wenig erforschten Künstlern, der zweiten, um und nach 1880 geborenen Künstlergeneration, die die Landschaft auf der Ostseehalbinsel Fischland-Darß-Zingst nach dem Ersten Weltkrieg entdeckten. Die dort, in den 1890 Jahren gegründete „Künstlerkolonie Ahrenshoop“ existierte zu diesem Zeitpunkt in ihrer derartigen Struktur nicht mehr. Inspiriert von der Eigenart des Ortes, seiner Landschaft und den Bewohnern, hielten Vertreter der Gründergeneration wie Paul Müller-Kaempff, Elisabeth von Eicken oder Anna Gerresheim ihre Eindrücke fest. Vor allem der Landschaftsbegriff erfuhr durch Künstlerkolonien im 19. und frühen 20. Jahrhundert im Binnenland oder an Küstenorten wie Ahrenshoop eine Neubewertung: So war die vorherrschende Landschaftsauffassung und die Etablierung der Freilichtmalerei wegbereitend für Strömungen der Moderne wie zum Beispiel den Impressionismus. Wie Erich Theodor Holtz in zweiter Generation die Künstlerregion prägt und wie er unter den Bedingungen der wechselhaften gesellschaftspolitischen Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert künstlerisch tätig wurde, können die wenigen, heute noch auffindbaren Werke des Künstlers veranschaulichen. Obwohl viele bereits durch den Krieg zerstört und andere unmittelbar nach ihrer Fertigstellung verkauft wurden, lassen sich noch etwa 250 Werke des Künstlers in den Museen Mecklenburg-Vorpommerns recherchieren. Weitere befinden sich in Privatbesitz oder im Umlauf. Die Kunsthalle Rostock bewahrt das umfangreichste Konvolut Erich Theodor Holtz' auf. Darunter sind Aquarelle, Temperamalereien, Handzeichnungen sowie einige wenige Ölmalereien und Druckgrafiken vertreten. Neben Studienarbeiten und den auf Reisen entstandenen Werken, haben sich vor allem Landschaften, Stillleben und Porträts aus seiner dritten Hauptschaffensphase (1946-1956) auf dem Fischland erhalten. Das „Bildnis eines Mannes mit Baskenmütze“ ist eine Arbeit, die während seines Studiums von 1912-1914 in der Porträtklasse von Adolf Schlabitz (1854-1943) an der Akademischen Hochschule für Bildende Künste in Berlin entsteht. Noch immer wird diese vom Historienmaler Anton von Werner (1843-1915) dirigiert. Während derweilen in den Sezessionen Werke von Impressionisten und Expressionisten ausgestellt werden, bleibt die Lehre an der Akademie stets ein Kampf zwischen Tradition und Moderne. Mit dem Brachtschüler Paul Vorgang (1860-1927) findet Holtz jedoch dort einen Lehrer, der durch Eugen Brachts (1842-1921) moderner Landschaftsauffassung geprägt wurde. Inspiriert von dem Fleckchen Erde zwischen Bodden und Ostsee siedelt sich Holtz schließlich 1917 auf dem Darß, ab 1924 auf dem Fischland an und avanciert fast zum reinen Landschaftsmaler, wie seine bevorzugten Motive – der Bodden, das Dorf und das Meer – beweisen. Als er 1934 die Malerin und Grafikerin Hedwig Sommer (1901-1970) heiratet, entwickelt sich zeitweilig eine Arbeitsgemeinschaft. Einige Arbeiten lassen künstlerische Annäherungen zwischen dem Künstlerpaar erkennen, die an die Tradition der „Künstlerkolonie Ahrenshoop“ aus der Gründerzeit anknüpft. Doch entwickelt sie sich stilistisch weiter. So hält Holtz die Boddenlandschaft zu unterschiedlichen Jahreszeiten und Witterungen fest. Besonderes Interesse hat er an der Erscheinung des Boddens und des Dorfes im Winter oder zur Übergangszeit. Das Meer und die Dünenlandschaft scheinen ihm dagegen zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten ein bildwürdiges Motiv zu sein. Holtz' klein- bis mittelformatige Landschaftsbilder folgen keinen repräsentativen Ansprüchen, sie sind authentische Eindrücke eines aus sich selbst schöpfenden, empfindsamen Künstlers. Angeregt durch den Privatunterricht in Temperamalerei bei Karl Hänsel (1868-1947) während seiner Zeit als Student der Königlich Sächsischen Kunstgewerbeschule Dresden (1909-1911), erreicht er durch diese von ihm später bevorzugte Technik den höchsten malerischen Ausdruck. Es ist die „Wiedergabe der Betonung der atmosphärischen Farbwerte wie sie dem Fischlande eigen sind“ (Holtz: Zur Jubel.-Ausstellung des 70. jähr. E. Th. Holtz-Wustrow, 1955, [unveröffentlicht]), die für Holtz von besonderem Interesse ist. Holtz' Landschaftsbilder bleiben schließlich dem traditionellen Kanon der Ahrenshooper Künstlerkolonien in allen Schaffensphasen trotz der wechselhaften Zeitläufte im 20. Jahrhundert verpflichtet. In Zeiten der NS-Diktatur und der ideologisch verhafteten Kunstpolitik in der SBZ und jungen DDR können sie – als 'Heimatkunst' deklariert – unangefochten bestehen. Mit den Strandgutstilleben und den Landschaftsbildern, die das offene Meer zum Motiv haben, ist hingegen ein neuer thematischer Akzent erkennbar, der über die Tradition der ehemaligen Malerkolonie hinausweist. E. Theodor Holtz gehört schließlich zu jenen Künstlern, die aufgrund der wechselvollen Geschichte Deutschlands nie zu großem Renommee gelangten, zählt aber auch nicht zu den wenigen, erst spät entdeckten Genies. Er ist Vertreter jenes lockeren Zusammenschlusses von Künstlern um Ahrenshoop, die über Jahrzehnte die Strukturen eines Konstruktes, wie es einst die „Künstlerkolonien“ im 19. Jahrhundert bildeten, wiederbelebte und bewahrte.
Veranstaltungsort
Neue Straße 38
18347 Ostseebad Wustrow
Telefon: 038220-80465
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Anbieter
Ernst-Thälmann-Straße 11
18347 Ostseebad Wustrow
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